Handchirurgie

Die Hand stellt flächenmäßig zwar nur einen relativ kleinen Teil unseres Körpers dar; sie birgt jedoch eine Vielzahl hochentwickelter Funktionen, die dem Menschen unvergleichliche handwerkliche, gestalterische, künstlerische und emotionale Möglichkeiten „an die Hand“ gibt.

Diese Funktionalität wird durch ein hervorragendes Zusammenspiel der anatomischen Strukturen wie Knochen und Gelenken, Muskeln und Sehnen, Nerven und Blutgefäßen unterstützt. Diese Zusammensetzung macht die Hand zu einem äußerst komplizierten Organ. Die Hände agieren zumeist ungeschützt. Ähnlich wie das Gesicht sind sie nur in wenigen Ausnahmesituationen bekleidet, z.B. wenn wir im Winter Handschuhe tragen. Von Bedeutung ist außerdem die Lokalisation der Hände am Ende der Arme, wodurch besondere Mobilität, Distanz vom übrigen Körper und frühzeitiges Erkennen und Abwehren bestimmter Gefahren ermöglicht wird. Gleichzeitig ist die Hand aber auch stark exponiert und besonders verletzlich.

Die Handchirurgie als Spezialfach

Das Vorhandensein so vieler unterschiedlicher, aber für die Gebrauchsfähigkeit der Hand gleichwertiger anatomischer Strukturen setzt für eine erfolgreiche Behandlung von Verletzungen und Erkrankungen umfangreiche Kenntnisse des Arztes voraus. Er muß in der Lage sein, Veränderungen des Knochens, der kleinen Muskeln, der Sehnen, Nerven und Gefäße durch eine entsprechend breit gefächerte Ausbildung gleichermaßen gut behandeln zu können. In der Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich die Handchirurgie aus der Allgemeinchirurgie, Plastischen Chirurgie und Orthopädie heraus durch Subspezialisierung zu einem Spezialfach, welches mit unterschiedlichen Schwerpunkten im Zusammenhang mit den genannten chirurgischen Gebieten betrieben wird.

Die Rolle der plastischen Chirurgie

Die Verbindung zwischen der Plastischen Chirurgie und der Handchirurgie ist maßgeblich in der Operationstechnik, d.h. dem gewebeschonenden Vorgehen, der sogenannten atraumatischen Operationstechnik zu sehen. Dieser Gesichtspunkt spielt wegen der dicht beinanderliegenden Feinstrukturen, wie Sehnen, Nerven und Blutgefäßen eine wesentlich stärkere Rolle als im Bereich anderer Körperregionen. Die Plastische Chirurgie spielt im Bereich der Hand eine wichtige Rolle bezüglich der Planung korrekter Hautschnitte sowie den vielfachen Möglichkeiten des Gewebeersatzes, z.B. durch Hautlappenbildung oder Transplantation.

Der Einsatz mikrochirurgischer Techniken, wie sie ebenfalls in der Plastischen Chirurgie verwendet werden, ermöglicht die Rekonstruktion von feinsten Nerven und Gefäßen, die Replantationen mit Wiederannähen abgetrennter Finger sowie den Fingerersatz durch Zehentransfer. Das Aufgabengebiet der Handchirurgie erstreckt sich im Weichteilbereich auf den gesamten Arm, da hier die Muskeln und Sehnen, Nerven und Blutgefäße verlaufen, welche zur Hand führen.

Im Bereich der Handchirurgie bieten wir Ihnen folgendes Leistungsspektrum an:

Arthrosebehandlung Fingergelenke Arthroskopie d. Handgelenks Beugesehnenverletzung, sekundär Denervation Dupuytren´sche Kontraktur Ellenrinnensyndrom Ganglion Golferellenbogen Handfehlbildungen Handgelenksarthrose Infektion der Hand Interosseus anterior-Syndrom Kahnbeinbruch Kahnbeinpseudarthrose Karpale Bandverletzungen Karpaltunnelsyndrom Knopflochdeformität Loge de Guyon-Syndrom Mondbeinnekrose
Motorische Ersatzplastik Nervenverletzung, sekundär Polydaktylie Pronator-Syndrom Rheumatoide Arthritis Rhizarthrose Schnellender Finger Schnappfinger Schwanenhalsdeformität Sehnenscheidenentzündung Skidaumen Spalthand Strecksehnenverletzung Sulcus ulnaris-Syndrom Supinator-Syndrom Syndaktylie Tendovaginitis de Quervain Tennisarm Wartenberg-Syndrom

Informationen zum Thema Rheuma und Arthrose

Die primär chronische Polyarthritis kann zu massiven Veränderungen im Bereich der Hände führen

Definition
Die rheumatoide Arthritis oder Chronische Polyarthritis ist eine chronisch-entzündliche (abakterielle) System-Erkrankung, die vorwiegend das Synovialgewebe (Synovialis = Innenschicht der Gelenkkapsel) betrifft und zu krankhaften Veränderungen an Gelenken und Sehnen führt. Am häufigsten sind Frauen im Alter zwischen 40 und 60 Jahren von CP betroffen. Bei den kindlichen Sonderformen (juvenile CP) besteht eine höhere Chance auf einen milderen Krankheitsverlauf. Verläufe mit akutem Beginn und zerstörendem Charakter werden ebenso beobachtet wie langsames Fortschreiten mit relativ symptomarmen entzündlichen Schüben und lang andauernden Ruhephasen.

Ursachen
Die genauen Gründe für die Entstehung einer CP sind bis heute unbekannt. Viele der krankhaften Befunde weisen auf einen autoimmunologischen Hintergrund hin, das heißt, das Immunsystem wendet sich gegen den eigenen Körper. Man nimmt an, dass vom Körper gebildete Antikörper mit einem Antigen (= Oberflächenstruktur) der Synovialis reagieren und die Entzündungsreaktion auslösen. Diese speziellen Autoantikörper werden als Rheumafaktoren bezeichnet und sind bei etwa 70% aller Patienten nachweisbar. Eine Entstehung durch Viren wird ebenfalls diskutiert.

Erscheinungsbild
Hauptsymptome der CP sind Schmerzen, Schwellung, Bewegungseinschränkung, Funktionsstörung und Kraftminderung, die typischerweise an mehreren Stellen gleichzeitig auftreten. Die Symptome können bei dem einzelnen Patienten sehr unterschiedlich ausgebildet sein. Am Anfang bestehen Morgensteifigkeit der Gelenke mit Allgemeinsymptomen wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Später treten Schwellungen der Gelenke auf, die unbehandelt zunächst zu Gelenkfehlstellungen, später zu Gelenkzerstörung führen können, mit denen Funktionsbehinderungen einhergehen. Durch die chronische Entzündung kommt es zu Bewegungsschmerzen oder zum Zerreissen (Ruptur) oder Einklemmen von Sehnen. Neben den genannten Prozessen am Bewegungs- apparat treten krankhafte Veränderungen an den Sinnesorganen (vor allem der Augen), Lunge, Herz, Gefäßsystem und Muskeln, sowie Zeichen anderer Autoimmunerkrankungen auf. Nervenengpaßsyndrome sind häufig, beispielsweise das Karpaltunnelsyndrom durch Einklemmung des Nervus medianus (Mittelnerv) oder die Kompression des Nervus ulnaris (Ellennerv) durch Synovialitis des Ellenbogengelenks. Die hierdurch bedingten Beschwerden und Sensibilitätsstörungen sind oft nicht von den Rheumasymptomen abgrenzbar und bedürfen daher einer gezielten diagnostischen Abklärung (z. B. durch technische Hilfsmittel wie Elektromyografie oder Messung der Nerven- leitgeschwindigkeit). Die Hände sind bei fast allen Rheumapatienten, oft schon in der Frühphase, betroffen. Typischerweise sind das Handgelenk, die Fingergrund- und -mittelgelenke und das Daumenbasisgelenk betroffen. Veränderungen an den Fingerendgelenken werden häufiger durch eine Arthrose verursacht. Im Folgenden wird kurz auf die wichtigen rheuma- tischen Veränderungen an der Hand eingegangen:

Veränderungen am Handgelenk:
Im Frühstadium sprechen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen für eine Handgelenk-Synovialitis, die sich als wulstige Schwellung tasten lässt. Unter dem sogenannten Caput ulnae-Syndrom versteht man eine Ruptur der Strecksehnen, beginnend am Kleinfinger, später bis zum Mittelfinger reichend, als Folge einer entzündungsbedingten Zerstörung des Ellenkopfes. Die Lockerung des Kapselband-Apparates, sowie destruktive Veränderungen an Knorpel, Knochen und Bändern begünstigen und verstärken die geschilderten Fehlstellungen. Im Endstadium kann es zur Abkippung der Handwurzel zum Daumen und zu einer erheblichen Verrenkung der Hand zur Beugeseite kommen. Je nach Verlaufsform kommt es im Spätstadium zur Einsteifung des Handgelenkes (Ankylose) oder zu einem völlig instabilen Gelenk, das die Funktion der Hand weitestgehend einschränkt.

Veränderungen an den Fingergelenken:

  • Fingerabweichung zur Ellenseite (= Ulnar-Deviation):
    Die beginnende synovialistische Schwellung lässt sich streckseitig in mittlerer Beugung des Gelenks zwischen zwei Fingergrundgelenken tasten. Durch die zunehmende Schwellung rutscht die Strecksehne zur Ellenseite ab. Die Seitenbänder lockern sich, und die Instabilität nimmt zu. Dies führt zu einem Streckdefizit und zu einer Abweichung der Finger zur Ellenseite.
  • Schwanenhalsdeformität:
    Bei dieser Fehlhaltung werden die Fingergrund- und -endgelenke in Beugung und das Mittelgelenk in Überstreckung gehalten, die den Faustschluss und den feinen Spitzgriff zwischen Daumen und betroffenem Finger behindern. Ursächlich sind rheumatische Veränderungen an den Gelenken, den Handbinnenmuskeln und den Beugesehnenscheiden. Zusätzlich kann es zu einem "Schnapp-Phänomen" kommen: Bei normalem Faustschluß verbleibt der Finger in Überstreckstellung. Bei Verstärkung der Beugung wird das Mittelglied über den Grundgliedkopf gezogen, wobei es zu einem Schnapp-Phänomen kommt. Erst jetzt ist ein Faustschluß möglich.
  • Knopflochdeformität:
    Die Synovialitis dehnt und lockert den Mittelzügel des Streckapparates und schwächt die Streckung des Mittelgelenks. Die Bindegewebsplatte (Aponeurose) zwischen Mittel- und Seitenzügel weitet sich, die Seitenzügel rutschen zur Beugeseite und wirken nun als Beuger im Mittelgelenk und (Über-) Strecker im Endgelenk.

Diagnostik
Wenn der Verdacht auf eine rheumatische Erkrankung besteht, sollte die Abklärung durch einen Rheumatologen erfolgen. Die Diagnose wird anhand von Beschwerden, der Untersuchung des Patienten, Röntgenuntersuchung sowie der Erhebung der Blutwerte (Rheumafaktoren, Entzündungswerte, Autoimmunserologie) gestellt. Regelmäßige radiologische Untersuchungen informieren nicht nur über den aktuellen Befund, sondern auch über das Fortschreiten der Erkrankung. Wichtige Kennzeichen im Röntgenbild sind hierbei eine Verschmälerung des Gelenkspaltes, der Nachweis von Zysten und Arrosionen (Auflockerungen) der Knochenstruktur und Verrenkungen, Osteoporose und Ankylose (Gelenkverknöcherung).

Therapie
Da es sich bei der CP um eine Allgemeinerkrankung handelt, muss in der Regel eine medikamentöse Basistherapie erfolgen. Sie wird vom Rheumatologen festgelegt und kontrolliert. Zielsetzung einer chirurgischen Behandlung ist in der Frühphase die Verlangsamung des Krankheitsprozesses, die Verminderung der Schmerzen, die Verbesserung oder Wiederherstellung von nützlichen Funktionen, die Verhinderung fortschreitender Zerstörungen und die Verbesserung des ästhetischen Erscheinungsbildes. Die drei Grundprinzipien hierbei sind die Verhinderung fortschreitender Destruktion, die Wiederherstellung verlorener Funktionen und Eingriffe, mit denen Restfunktionen erhalten werden können. Vorbeugende Operationen sind z. B. Synovialektomien (Entfernung des aggressiven Synovialgewebes), rekonstruktive Maßnahmen sind die Wiederherstellung von Weichteilmantel und Gelenken (auch durch Einbringen von Kunstgelenken) und bspw. Sehnen-Verlagerungen. Beispiel für sogenannte "salvage surgeries" zur Rettung (engl. "salvage") noch bestehender Funktionen wäre die operative Gelenkeinsteifung (Arthrodese). Generell sollte mit betroffenen Anteilen des Bewegungsapparates der unteren Extremität begonnen werden, körpernahe (proximale) Gelenke sollten vor körperfernen (distalen) Gelenke operiert werden. Weiterhin sollten zuerst möglichst einfache Eingriffe mit hoher Erfolgsaussicht vorgenommen werden.

Der Verschleiß der Daumensattelgelenkes kann sehr schmerzhaft und einschränkend sein.

Definition
Bei der Sattelgelenkarthrose ist es durch Abnutzung zur Schädigung bzw. zum Verlust des Gelenkknorpels gekommen. Ein freies und schmerzloses Bewegen des Daumens ist nicht mehr möglich. Der Gelenkspalt ist verschmälert. Es entstehen dafür randständige Knochenzacken, die den Bewegungsschmerz noch verstärken. Im Endstadium der Arthrose ist das Sattelgelenk bzw. der gesamte Daumen verformt.

Ursachen
Im Gelenk an der Daumenwurzel, das wegen seiner Form Sattelgelenk genannt wird, werden die wichtigsten Bewegungen des Daumens ausgeführt. Das Gegenüberstellen des Daumens gegen die Finger und das Abspreizen sowie das Berühren der Daumenkuppe mit den Fingerkuppen geschieht in diesem Gelenk. Aufgrund der großen Bewegungs- freiheit dieses Gelenkes und der hohen Belastung beim Greifen entwickelt sich nicht selten im Laufe des Lebens die Sattelgelenkarthrose. Eine Veranlagung zur Arthrose spielt eine wichtige Rolle. Frauen sind öfters betroffen als Männer.

Die Sattelgelenkarthrose tritt auch nach Brüchen im Bereich des Sattelgelenkes mit Beteiligung der Gelenkfläche auf.

Erscheinungsbild
Wie bei allen Verschleißerkrankungen der Gelenke tritt am Daumensattelgelenk als erstes ein Bewegungsschmerz auf. In der Frühphase äußert sich dies oft nur in einer Morgensteifigkeit, die sich im Lauf des Tages bessert. Bei weiterem Fortschreiten der Arthrose wird jegliche Daumenbewegung schmerzhaft. Dies äußert sich bei nahezu allen alltäglichen Verrichtungen, besonders jedoch beim Öffnen eines Schraubverschlusses, beim festen Halten eines Gegenstandes bzw. beim Greifen kleiner Gegenstände, wenn die Daumenkuppe gegen die Fingerkuppen geführt wird. In späteren Stadien der Sattelgelenk-arthrose verdickt sich die äußere Kontur der Daumenwurzel. Es kann in Spätstadien auch zu Fehlstellungen des gesamten Daumens kommen. Schmerzbedingt läßt die Kraft des Daumens bzw. der gesamten betroffenen Hand nach.

Diagnostik
Bei der Untersuchung läßt sich beim Bewegen des Daumens im Sattelgelenk (Rotieren, Gegendrücken oder ähnliches) ein Schmerz gezielt auslösen. Auch bei der Aufforderung, die Daumenkuppe gegen die Kleinfingerkuppe zu drücken, wird der Schmerz im Daumensattelgelenk provoziert.

Die Röntgenaufnahme der betroffenen Hand zeigt im Bereich des Daumensattelgelenkes einen verschmälerten bis aufgehobenen Gelenkspalt. Die gelenknahen Knochenanteile sind verändert (Sklerose, Zysten). Weiterhin zeigt das Röntgenbild Knochenzacken im Bereich des Daumensattel- gelenkes, die teilweise weit in die umgebenden Weichteile hineinragen.

Therapie
Bei Frühformen der Daumensattelgelenkarthrose können gelegentliche entzündungshemmende Salbenverbände lindernd wirken. Extreme Druck- belastung gegen den Daumen sollten vermieden werden. Auch sind Kortisoninjektionen in das Daumensattelgelenk hilfreich; allerdings sind sie nur vorübergehend wirksam und schädigen ihrerseits den verbliebenen Knorpel. Auch das Tragen einer Daumenhülse (z.B. aus halbsteifem oder elastischen Material) wirkt beschwerdelindernd. Erst wenn alle diese genannten Maßnahmen über lange Zeit hinweg nicht zur Linderung der Beschwerden führen und selbst bei leichten all- täglichen Tätigkeiten (Umblättern einer Zeitung, Tragen eines Tellers usw.) ständig der Schmerz im Daumensattelgelenk auftritt, sollte eine Operation empfohlen werden.

Grundsätzlich gibt es 4 Möglichkeiten der operativen Behandlung:

  1. Gelenkspiegelung (Arthroskopie) und Denervation des Daumensattelgelenkes
    Bei Frühformen, wo der Gelenknorpel noch teilweise erhalten ist, kann durch eine Gelenkspiegelung, bei der mit speziellen Instrumenten die entzündlich veänderte Gelenkhaut (Synovia) entfernt wird und von einem kleinen Schnitt aus feine Schmerznervenäste durchtrennt werden, die Beschweresymptomatik beseitigt werden. Die eientliche Anatomie bleibt damit vollständig erhalten.
  2. Die sogenannte Resektionsarthroplastik des Daumensattelgelenkes
    mit Entfernung des großen Vieleckbeines und Stabilisierung des Daumens mittels einer Sehnenschlinge. Bei der Resektionsarthroplastik des Daumen- sattelgelenkes wird daumenseitig am Handgelenk ein Hautschnitt gelegt. Nach Eröffnung der Gelenkkapsel wird das große Vieleckbein entfernt. Somit kann sich dieser Knochen nicht mehr am I. Mittelhandknochen schmerzhaft reiben. Das Daumensattelgelenk wird von der Basis des I. Mittelhandknochens sowie der körperfernen Gelenkfläche des großen Vieleckbeines gebildet.

    Da nach Entfernung des großen Vieleckbeines der I. Mittelhandknochen keinen knöchernen Aufsatz mehr besitzt, wird der Daumenstrahl mit einer Sehnenschlinge im Bereich des ehemaligen Sattelgelenkes gefesselt. Dies ergibt eine federnde Stabilisierung des Daumens und ermöglicht nach mehrwöchigen Bewegungsübungen wieder eine nahezu normale Daumenbewegung. Dies ist der große Vorteil dieser Operationsmethode gegenüber der Sattelgelenkversteifung. Nach der Operation wird der Daumen in einer Gipsschiene ruhiggestellt. Der Arm muß stets hochgelagert werden. Die nicht ruhiggestellten Finger sollten bewegt werden. Eine Schwellung am Handgelenk ist nach dieser Operation normal, sie verschwindet jedoch in den ersten 5 - 7 Tagen. Die Gipsschiene wird insgesamt 2 Wochen getragen. Nach diesen 2 Wochen erhält der Patient eine abnehmbare Kunsstoffschiene für den Daumen, die noch ca. 4 Wochen getragen weden sollte. Nach 3 Wochen beginnen dann die aktiven Bewegungsübungen. Hierbei soll das Abspreizen und das Heranführen des Daumens sowie die Erreichbarkeit der Daumenkuppe zu den anderen Fingerkuppen geübt werden. Eine Verordnung krankengymnastischer Übungsbehandlungen oder Ergotherapie ist häufig sinnvoll.

    Eine Belastung der betroffenen Hand einschließlich schweres Heben und Tragen sowie Abstützen soll jedoch in den ersten 3 Monaten nach der Operation vorsichtig erfolgen. Auch sollten gezielte Kräftigungsübungen erst nach dieser Zeit einsetzen. Insgesamt ist mit einer kontinuierlichen Besserung bis zu 6 Monaten zu rechnen. Eine mäßige Kraftminderung kann als Dauerfolge nach dieser Operation verbleiben, dafür ist der Arthroseschmerz behoben. Es könnten theoretisch auch bei dieser Operation Komplikationen eintreten, die als allgemeine Operationsrisiken gelten: Wundentzündung, Nach- blutung, Verletzung von Sehnen, Nerven und Gefäßen, überschießende Heilreaktion mit Schwellung und schmerzhafter Bewegungseinschränkung. Zum Glück sind diese Komplikationen sehr selten, es bestehen dagegen heute auch bessere Behandlungsmöglichkeiten. Die Erfolgsaussichten der operativen Behandlung sind insgesamt sehr gut. Besonders wichtig sei noch einmal der Hinweis, daß sich an diese Operation eine lange Nachbehandlungsphase anschließt. Mit einem kräftigen Wiedereinsetzen der betroffenen Hand sollte nicht vor 4 - 6 Monaten gerechnet werden. Dann ist jedoch ein weitgehend schmerzfreies Bewegen des Daumens möglich.

  3. Der hemiprothetische Gelenkersatz
    Wenn die Gelenkform trotz der Arthrose noch weitestgehend erhalten ist, kann nach Entfernung der arthrotischen Gelenkflächen eine Prothese in den Mittelhandknochen aus Pyrocarbon eingesetzt werden. Vorteil dieser Methode ist, daß die ursprüngliche Anatomie erhalten bleibt und nur die Gelenkflächen ersetzt werden.
  4. Die Versteifung des Daumensattelgelenkes
    Die Versteifung des Daumensattelgelenkes wird jedoch nur bei völlig isolierten Arthrosen (z.B. nach Brüchen im Bereich des Sattelgelenkes) durchgeführt. Wenn die benachbarten Handwurzelgelenke bereits Verschleißerscheinungen zeigen, ist diese Operation nicht mehr angezeigt.

    Neuste Entwicklungen ermöglichen eine minimalinvasive Therapie bei beginnender Rhizarthrose: Mit einer speziellen Technik wird minimalinasiv (kleine Schnitte ohne das Gelenk zu eröffnen) in das von der Arthrose betroffenen Daumensattelgelenk ein Zwischenpolster eingebracht, das die Funktion des zerstörten Knorpels ersetzt. Vorteil diese Methode ist, daß keine Eröffnung des Gelenkes erfolgen muß und die anatomische Struktur erhalten bleibt. Ebenso ist die Erholung nach diesem ambulanten Eingriff in Lokalanästhesie sehr kurz.

Zur Behandlung der Epikondylitis humeri radialis stehen je nach Beschwerdeausmaß und Dauer der Erkrankung konservative und operative Verfahren zur Verfügung

Definition
Unter dem Tennisellenbogen versteht man ein auf die äußere Seite des Ellenbogens, lokal begrenztes Schmerzsyndrom. Es handelt sich um das häufigste Überlastungssyndrom am Arm. In Höhe des Ellenbogens (Epikondylus humeri radialis) entspringen die breiten Muskeln, die für die Streckung des Handgelenkes und der Finger verantwortlich sind an der Knochenhaut des äußeren Oberarmknorrens (Abb. 1). Diese Region besitzt mehrere kleine Nervenäste, die das Schmerzempfinden vermitteln. Dauernde Schmerzen bei Belastung oder auch in Ruhe über der äußeren Seite des Ellenbogens, die in den Ober- und Unterarm ausstrahlen können, verbunden mit einem Druckschmerz über dem äußeren Oberarmknorren bilden die Beschwerden des Tennisellenbogens.

Ursachen
Die Ursachen des Tennisellenbogens sind letztendlich noch nicht geklärt. Es wird davon ausgegangen, daß es durch Dauerbelastungen oder ungewohnt starke Belastung der Hand und des Handgelenkes zu einer chronisch erhöhten Muskelspannung der Handgelenks- und Fingerstreckmuskeln kommt. Der dauerhaft erhöhte Zug der Muskeln an der Knochenhaut des äußeren Oberarmknorrens führt zu chronischen Schmerzen. Häufig findet sich gleichzeitig eine chronische Verspannung der Schulter- und Nackenmuskulatur. Die Nerven, die für die Einstellung der Muskel- spannung und auch für das Schmerzempfinden des Armes verantwortlich sind, entspringen aus dem Rückenmark und verlaufen durch die Halswirbelsäule zu Schulter- und Nackenmuskulatur. Bei einer Verhärtung und Verspannung dieser Muskulatur durch eine dauernde, schmerzbedingten Fehlhaltung werden die Nerven bereits in dieser eingeengt und reagieren auf geringe Reizungen im weiteren Verlauf entlang des Armes erhöht empfindlich. Hierdurch ergibt sich eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit der Nerven des Armes, was sowohl ursächlich für die Entstehung des Tennisellenbogen mitverantwortlich sein oder die Schmerzen verstärken kann.

Erscheinungsbild
Typisch für den Tennisellenbogen ist ein dumpfer Dauerschmerz über der Außenseite des Ellenbogens, der sich beim Heben oder Tragen von schweren Lasten stichartig verstärkt. Insbesondere bei der Streckung des Handgelenkes werden die Schmerzen am Ellenbogen ausgelöst. Druck auf den äußeren Oberarmknorren verstärkt die Schmerzen. Die Schmerzen können in den Oberarm und Unterarm ausstrahlen und sind oft mit einem Schweregefühl des Armes verbunden.

Diagnostik
Durch die typischen Beschwerden ist die Diagnose zumeist einfach zu stellen. Mit eine Röntgenaufnahme des Ellenbogengelenkes sollten andere, gelenk- bedingte Ursachen für die Beschwerden aus- geschlossen werden. Typisch bei der Untersuchung ist der lokal begrenzte Druckschmerz über dem äußeren Oberarmknorren. Die Schmerzen sind hervorzurufen bei Handgelenks- und Fingerstreckung, wobei der untersuchende Arzt gegen das gestreckte Handgelenk drückt (Provokationstest, Chairtest). Bei eindeutigen Beschwerden, Untersuchungsbefunden und einer unauffälligen Röntgenuntersuchung sind Ultraschall- untersuchung, Computertomographie oder Kern- spintomographie überflüssig. Bei der klinischen Untersuchung muß die Muskelspannung der Schulter- und Nackenmuskulatur überprüft werden, damit ein schmerzverstärkendes oder -unterhaltendes Schulter-Nacken-Syndrom mit behandelt werden kann. Auch andere Erkrankungen sollten ausgeschlossen werden.

Insbesondere Lähmungen, Gefühlsstörungen, Schwindel oder Verfärbungen der Finger bei Hochheben des Armes weisen auf andere Ursachen für die Schmerzen hin. Bei diesen Beschwerden müssen folgende Erkrankungen ausgeschlossen werden: Einengung des Speichennerven (N.radialis) im Unterarmbereich (Supinator-Schlitz-Syndrom), Einengung von Nerven an der Halswirbelsäule sowie Einengung der blutzuführenden (Arterien) oder -abführenden (Venen) Blutgefäße im Schulter- gürtelbereich (Thoracic-Inlet oder Thoracic-Outlet-Syndrom).

Therapie
Durch eine konsequente, nicht operative Behandlung können die Beschwerden des Tennisellenbogens bei über 80% der Patienten verbessert oder vollständig beseitigt werden. Behandlungen am Ellenbogen, die zu einer Erniedrigung der Schmerzempfindlichkeit führen, sind die lokale Behandlung mit Eis, eine spezielle Massagetherapie (Querfriktionsbehandlung), krankengymnastische Behandlung, eine Elektrotherapie und das Tragen einer Druck- manschette, welche in Orthopädiefachgeschäften erhältlich ist. Insbesondere bei akuten Überbelastungen kann die Behandlung durch eine zweiwöchige Gipsruhigstellung des Ellenbogen- und Handgelenkes erfolgen. Dies kann unterstützt werden durch die Einnahme von entzündungshemmenden, schmerzlindernden und nicht kortisonhaltigen Medikamenten (nicht steroidale Antiphlogistika). Die Schmerzsymptomatik kann durch eine einmalige, lokale Injektion von einem Gemisch aus einem Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) mit einem kortisonhaltigen Medikament durchbrochen und häufig auf Dauer beseitigt werden. Nur wenn die Schmerzen für einen längeren Zeitraum nach der Injektion vollständig beseitigt waren, kann diese Behandlung nach 10 bis 12 Wochen wiederholt werden, wobei dies nicht häufiger als drei mal geschehen sollte.

Aktuelle Untersuchungen haben gezeigt, daß die Stoßwellenbehandlung (extrakorporale Stoßwellen- therapie) bei einigen Patienten zu einer dauernden Beseitigung der Symptome geführt hat. Die Röntgenreizbestrahlung sollte heute nicht mehr erfolgen. Eine gleichzeitig bestehende Muskeldysbalance der Schulter-Nacken-Muskulatur sollte durch eine gezielte krankengymnastische Behandlung angegangen werden, wobei die hierbei erlernten Übungen regelmäßig und täglich selbständig fortgeführt werden müssen, um einen andauernden Behandlungserfolg zu erreichen. Dies sollte unterstützt werde durch leichte sportliche Aktivitäten, wobei regelmäßiges Schwimmen zur Kräftigung der gesamten Wirbelsäulenmuskulatur sehr geeignet ist.

Die operative Behandlung muß erwogen werden, wenn alle anderen Behandlungsmaßnahmen zu keinem dauerhaften Erfolg geführt haben, oder die Beschwerden trotz zwischenzeitlicher Besserung immer wieder auftreten. Die früher durchgeführte einfache Einkerbung der Muskelansätze am äußeren Oberarmknorren (Hohmann Operation) hat sich nicht bewährt. Die heute übliche Operation besteht zum einen aus der Durchtrennung der kleinen, schmerzvermittelnden Nerven um den äußeren Oberarmknorren mit gleichzeitigem Ablösen einzelner Muskelanteile (Denervation nach Wilhelm). Diese Operationsmethode ergibt bei gesichertem Tennisellenbogen und nach Ausschöpfung aller konservativen Therapiemaßnahmen sehr gute Ergebnisse.

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